Wegkreuze in den Fluren um Großschafhausen

Zwischen 1888 und 1901 wurden viele Wegkreuze aufgestellt, sie waren Zeichen des christlichen Glaubens. Besonders die Landwirte erhofften sich dadurch Gottes Beistand und Segen.

Unsere Wegkreuze sind Stationen bei der Öschprozession an Christi Himmelfahrt und laden auch beim Vorübergehen zu einem Gebet ein.

Großschafhausen hatte weit mehr Wegkreuze als die, die noch vorhanden sind. Sie fielen entweder dem Straßenbau zum Opfer oder kamen bei Autounfällen zu Schaden und wurden dann nicht mehr aufgestellt.

Ein Wegkreuz wird auch heute noch von den Nachkommen derer gepflegt, die es einmal errichteten. Bei den anderen Wegkreuzen konnten die Eigentümer nicht mehr ermittelt werden. Für diese wurden Familien aus Großschafhausen gefunden, die die Pflege übernahmen.

Das Sießener Kreuz, ein besonderes Wegkreuz

Das Sießener Kreuz steht an einem Waldweg, der Großschafhausen mit Hörenhausen verbindet.

Die Kirchengemeinde Großschafhausen lädt jedes Jahr im Sommer zur Waldmesse am Sießener Kreuz ein. Bei schönem Wetter findet der Gottesdienst in der freien Natur statt, musikalisch mitgestaltet von Jagd­hornbläsern des Hegerings Schwendi und vom Musikverein Hörenhausen und begleitet von Vogelgezwitscher.

Das Kleinod wird liebevoll gepflegt; geschmückt wird der Fuß des Kreuzes mit Blumen und um die Weihnachtszeit mit einer Krippe.

Der Vorübergehende kann auf einer Bank innehalten, vor dem Kreuz und dem Blumenschmuck verweilen und sich auch fragen, welche Bedeutung diesem Kreuz zukommt, das im Jahre 2005 von Gemeindemitgliedern restauriert und in Ordnung gebracht wurde.

Die Geschichte des Sießener Kreuzes

Krippe beim Sießener Kreuz

Unter einem Baum neben dem Kreuz schmiegt sich in der Weihnachtszeit die kleine Krippe in den Blätterteppich des Waldbodens.

Wegkreuz nach dem Wald

Wer von Hörenhausen kommend über den Waldweg, am Sießener Kreuz vorbei, in Richtung Großschafhausen wandert oder radelt, trifft nach dem Ende des Waldes auf ein Wegkreuz, das rechts am Straßenrand steht, eingesäumt von zwei Koniferen und neu eingepflanzten Bäumen. Das schmiedeeiserne und reichlich verzierte Wegkreuz mit der unter dem Gekreuzigten am Kreuz angebrachten Gottesmutter ist auf einem Steinsockel verankert, der die Inschrift „Im Kreuz ist Heil“ trägt. Die Jahreszahl 1899 ist darunter eingraviert.

Wegkreuz in der Au

Nach dem linksseitigen einzigen Bildstock auf diesem Weg führt ein rechts abzweigender Feldweg hinunter in die Au. Neben einer strammen Birke und vor einem Jägerhochstand steht ein Wegkreuz aus dem Jahre 1901. An diesem gusseisernen und kunstvoll verzierten Kreuz ist unter dem Gekreuzigten die Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm und darunter ein Kelch mit schwebender Hostie angebracht. Hostie und Kelch erinnern an die Eucharistiefeier. Im Sockel des Kreuzes ist der Schriftzug „Gott segne unsere Fluren“ eingemeißelt.

Wegkreuz an der Katz

Wieder zurück auf dem Weg und weiter in Richtung Großschafhausen steht ein Wegkreuz ebenfalls rechts neben der Straße an der Abzweigung zur Wainer Straße inmitten zweier, noch relativ junger Birken. Nach der im Sockel eingravierten Jahreszahl 1888 ist dies das älteste Wegkreuz. Im Jahre 2011 wurden die alten großen Birken, die mit ihren Wurzeln die Standfestigkeit des Wegkreuzes gefährdeten, gefällt. Der Bauhof Schwendi versetzte bei diesen Arbeiten das Kreuz von der Anhöhe herab an den Hang, wo es bei der Öschprozession im Jahre 2011 wieder neu eingeweiht wurde.

Wegkreuz an der Wainer Straße

Ein viertes Wegkreuz aus dem Jahre 1895 mit der Inschrift „Im Kreuz ist Heil“ findet man zwischen der Wainer Straße und dem Radweg kurz nach dem Ortsausgang von Großschafhausen, das seinen Standort dort nicht immer hatte.
Im Zuge der Sanierung der Kreisstraße nach Wain im Jahre 2008 musste das Wegkreuz von seinem damaligen Standort entfernt werden. Es wurde restauriert, 2009 durch den Bauhof der Gemeinde Schwendi wieder aufgestellt und im Jahr 2010, am Festtag "Kreuzerhöhung", neu eingeweiht. 
Im Jahre 2012 montierten Unbekannte die Christusfigur ab und entwendeten sie. Bei der Öschprozession im Jahre 2014 konnte die Ersatz-Christusfigur eingeweiht werden.

Texte: Petra Gräter und Donatus Kaplan