Pfarrkirche St. Martinus Bussmannshausen

Am südlichen Ende des Dorfs steht auf der Terrasse ins Rottal die katholische Pfarrkirche St. Martinus.

Auszug aus dem örtlichen Kirchenführer:

Geschichtliche Belege sprechen dafür, dass eine Kapelle schon sehr früh am Platze der heutigen Kirche stand.

Im „liber decimationis“ ist eine Kirche sicher seit 1275 und wieder im „liber taxationia“ von 1353 bezeugt.

Diese Kirche dürfte von Schwendi aus versorgt worden sein. Ein Quaderstein, der an der Ostseite der heutigen Kirche eingelassen war, trug die Jahreszahlen Anno 1414, renoviert 1725.

Die vorhandene Dachkonstruktion über dem Chor und dem ursprünglichen Schiff stammt aller Wahrscheinlichkeit nach aus der Erbauungszeit von 1414. Hierfür spricht die Art der Ausführung als verblatteter Dachstuhl.

Für die Pfarrkirche in Bußmannshausen mussten im Laufe von über sechs Jahrhunderten schon immer große Aufwendungen gemacht werden. Die Generationen vor uns trugen ihren Teil dazu bei, das Übertragene für die kommenden Generationen zu bewahren. 

 

Laut dem Pfarrarchiv wurden folgende Tätigkeiten durchgeführt:

1275 Erstmalige Bezeugung einer Kirche am Ort

1414 Derzeitige Kirche erbaut

1725 Renovierung & Barockisierung

1798-1804 Pfarrkirche verschönert. Kanzel und Altäre gefasst und ein heiliges Grabgerüst beigeschafft

1826 Das für das Herrschaftspersonal bestimmte Oratorium über der Sakristei ausgebrochen und dort eine neue Orgel mit 6  Registern und Pedal eingebaut. 

1865 Kirche ausgemalt und restauriert. Neue Stationsbilder angebracht 

1889/90 Erweiterung des Kirchenschiffes um 9 m nach Westen, Empore eingebaut, das Schiff tiefer gelegt und mit Tonfliesen belegt 

1907 Restaurierung der Sakristei

1910 Elektrisches Licht

1932 Empore um 2 m verlängert. Einweihung einer neuen Orgel mit neun Registern

1940 Große Innenrenovation

1950 Das Orgelprospekt barockisiert, elektrische Kirchenheizung eingebaut

1965 Turm neu verputzt und gestrichen

1972 Stiftung eines Barockaltars für die Zelebration versus Populum

1974 Beginn einer umfassenden Renovation. Trockenlegung der Fundamente, Verstärkung der Fundamente durch einen Betongürtel

1977 Innenrenovierung, Bilder und Altäre restauriert. Ersatz der Wandfliesen durch Putz, Turm überholt, neuer Holzboden, neues Kirchengestühl unter Verwendung der alten Docken

1980/81 Orgel instandgesetzt und tonlich verbessert 

1986/87 Große Innenrenovation der Kirche mit Reparatur Kirchenfenster, Malerarbeiten an Stuck, Decken und Wände im Schiff, Sakristei, Chörle, Türen, Chorstühle und Schränke. Elektroarbeiten. Neue Liedanzeige, Einbauschränke, Altar, Ambo, Priesterstuhl und Ministrantenhocker. 

1989/90 Außenrenovation der Kirche und Kirchturm. Aussenputz, Dachgebälkarbeiten, Eindeckung Dach, Blitzschutz, Renovation Kirchturmuhr, Kirchturmwindfahnen und -kreuz. Außenbeleuchtung

1994 Renovation der Kirchenmauer und Vorhofsplatz

2011/12 Große Innenrenovation mit Einbau neuer Tilman Trefz - Orgel

2020 Rennovation Kirchturm,  Außenanstrich Schiff und Kirchturm

Der Glockenturm

Der viereckige, massive Turm hat sich in seiner ursprünglichen Bauweise erhalten. Er ist einfach gehalten, hat in seinen unteren Stockwerken Schußscharten, in den oberen aber rundbogige Fenster. Die Glocken wurden 1429, 1731 und 1814 gegossen.

(Quelle: WikiSource.org Beschreibung des Oberamts Laupheim/Bußmannshausen – Wikisource)

Das Kirchenschiff

Das Innere der Kirche ist im Rococcostil ausgestattet und enthält Malereien an der Decke und an den Emporenbrüstungen. Im Chor, der mit einem ungleichseitigen halben Sechseck schließt, befindet sich ein aus Stein sehr gut gearbeitetes Denkmal, die Auferstehung Christi vorstellend, mit der Aufschrift: Das Denkmal der da selig ruhenden Hochfreyherrlichen, gnädigen Herrschaften von Rodt, zu Bußmannshausen, Orsenhausen und Walpertshofen.
(Quelle: WikiSource.org Beschreibung des Oberamts Laupheim/Bußmannshausen – Wikisource)

Im Schiff befindet sich rechter Hand das Auferstehungsrelief von Hans Morinck, ein aus Stein gearbeitetes Denkmal mit der Inschrift: Das Denkmal der selig ruhenden Hoch=Freiherrlichen gnädigen Herrschaften von Roth zu Bußmannshausen, Orsenhausen u. Walpertshofen.

Inschrift unten: Denen Gott ewige Ruhe und eine Glükselige Auferstehung geben wolle, weil sie so lange unter uns gewanderet sind um uns nur gutes zu thun. MDCCLXXXXVII (1797).

Die Inschriften müssen zu einem späteren Zeitpunkt angebracht oder überarbeitet worden sein.

Hans Morinck (1555 - 1616), niederländischer Bildhauer war um 1600 die unbestritten führende Künstlerpersönlichkeit im Bodenseegebiet.